Das klingt eigentlich nicht sehr spannend, aber diese beiden handelsüblichen 20-Fuß-Container sind einzigartig in der Bundeswehr und verfügen über eine High-tech-Ausstattung: Ein verlegefähiges Rechenzentrum für den Anschluss von bis zu 350 Arbeitsplätzen in mobilen militärischen Hauptquartieren, leistungsfähige Klimaanlagen sowie Sonnen- und Staubschutz für den Einsatz unter extremen Witterungsbedingungen. Auch die deutsche Teilhabe am Afganistan Mission Network (AMN) wird so ermöglicht.

Übergabe vom Hersteller über IT-AmtBw an den Nutzer
Ein knappes Jahr hatten die Auftragnehmer in der Industrie Zeit für Produktion, Installation, Testbetrieb und Funktionsnachweis, bevor am 20. Mai 2011 dieses neue FHQ-Modul (FHQ steht für Force Headquarters) für internationale Einsätze an die Bundeswehr übergeben werden konnte. Auftraggeber (das IT-AmtBw), Auftragnehmer (die Industrie) und die zukünftigen Nutzer (in der Streitkräftebasis) waren zusammengekommen und zeigten sich zufrieden.
Das IT-AmtBw stützte sich bei dieser Beschaffung auf die langjährig eingespielten Prozesse bei der Einführung des Führungsinformationssystems der Streitkräfte (FüInfoSys SK) ab. Die Abteilung C war deshalb in der Lage, dem Nutzer - in diesem Falle den Soldaten des nächsten Einsatzkontingents in Afghanistan - ein
leistungsfähiges Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen, das die aktuellen Forderungen mit angepasster handelsüblicher Technik erfüllt. Notwendig geworden war diese Beschaffung, da die bisherige Ausstattung des ISAF-Regionalkommandos in Mazar-i-Sharif nicht ausfallsicher ist und nicht über genügend Nutzeranschlussmöglichkeiten verfügt. Außerdem sollen alle IT-Arbeitsplätze einen sicheren Zugang zu eingestuften Daten haben.
Das FHQ-Modul ist ein wichtiger IT-Baustein für die deutsche Teilhabe am AMN. Erstmalig können über diese IT-Plattform alle Nutzer – auch aus anderen truppenstellenden Nationen - zuverlässig, vernetzt und lagegerecht mit Informationen aus dem nationalen und später auch aus dem gemeinsamen ISAF-Informationsraum versorgt werden. Auch die nationale Verfügbarkeit von bedarfsgerechten Informationen aus dem Einsatz wird verbessert, zum Beispiel im Einsatzführungskommando oder im Verteidigungsministerium.
Das IT-AmtBw stützte sich bei dieser Beschaffung auf die langjährig eingespielten Prozesse bei der Einführung des Führungsinformationssystems der Streitkräfte (FüInfoSys SK) ab. Die Abteilung C war deshalb in der Lage, dem Nutzer - in diesem Falle den Soldaten des nächsten Einsatzkontingents in Afghanistan - ein
leistungsfähiges Rechenzentrum zur Verfügung zu stellen, das die aktuellen Forderungen mit angepasster handelsüblicher Technik erfüllt. Notwendig geworden war diese Beschaffung, da die bisherige Ausstattung des ISAF-Regionalkommandos in Mazar-i-Sharif nicht ausfallsicher ist und nicht über genügend Nutzeranschlussmöglichkeiten verfügt. Außerdem sollen alle IT-Arbeitsplätze einen sicheren Zugang zu eingestuften Daten haben. Das FHQ-Modul ist ein wichtiger IT-Baustein für die deutsche Teilhabe am AMN. Erstmalig können über diese IT-Plattform alle Nutzer – auch aus anderen truppenstellenden Nationen - zuverlässig, vernetzt und lagegerecht mit Informationen aus dem nationalen und später auch aus dem gemeinsamen ISAF-Informationsraum versorgt werden. Auch die nationale Verfügbarkeit von bedarfsgerechten Informationen aus dem Einsatz wird verbessert, zum Beispiel im Einsatzführungskommando oder im Verteidigungsministerium.
Mehr als ein IT-Wohncontainer
Herausgekommen ist mehr als ein „IT-Wohncontainer mit Vorzelt und Zeltdach“, wie der Erste Direktor im IT-AmtBw, Hans-Ulrich Schade, bei seiner Ansprache in Vertretung des Präsidenten des IT-AmtBw schmunzelnd feststellte. „Diese leistungsfähige, hochverfügbare, ausfallsichere und im Notfall auch redundante ´Rechenzentrumsinfrastruktur` wurde zur Aufnahme und Bereitstellung vielfältiger eingestufter und offener Informationen und Dienste geschaffen, um sichere Arbeitsplätze über ein vorhandenes leistungsfähiges lokales Netz anzubinden“, so der Abteilungsleiter. Oberst Herwart Schenk vom Streitkräfteunterstützungskommando ergänzte, dass diese Beschaffung im Rahmen des einsatzbedingten Sofortbedarfs notwendig war, um kurzfristig eine weit größere Anzahl von APC im Einsatz in Afghanistan zu vernetzen als ursprünglich geplant. Außerdem werde das bisherige FHQ-Modul, das seit 2004 eingesetzt wird, als Basis für diese leistungsfähige Neubeschaffung genutzt, um so zum 1. Juli 2011 eine gute Voraussetzung für die deutsche Teilhabe am AMN zu schaffen.
Möglich war dies in der zur Verfügung stehenden Zeit nur, weil Auftraggeber und Aufragnehmer kreativ zusammengearbeitet haben, eingespielte Arbeitsabläufe in der Industrie parallel abliefen und die Auslieferung über eine Vertragsfirma erfolgen sollte. Nur eine enge und konstruktive Zusammenarbeit aller Beteiligten ermöglichte die fristgerechte Fertigstellung. „Dies war eine reife Leistung“, lobte Herr Schade die gemeinsame Arbeit abschließend. Die Einsatztauglichkeit werde allerdings erst unter harten Bedingungen vor Ort nachgewiesen, und Oberst Schenk resümierte zum Abschluss: „Zufrieden können wir erst dann sein, wenn diese Bewährungsprobe erfolgreich bestanden ist und die Soldaten im Einsatz als Betreiber des Systems gut damit zurecht kommen.“
Der abschließende aufrichtige Dank ging an alle Beteiligten: Die Herstellerfirmen, die „Projektoren“ im IT-AmtBw, die „Unterstützer“ des IT-Zentrums und des Streitkräfteunterstützungskommandos sowie die zukünftigen Nutzer. Eine symbolische Schlüsselübergabe und die Präsentation eines FHQ-Modul-Modells beendeten die kleine Feierstunde.
Klimatisierung und Staubschutz waren zwingend
Wesentliche Verbesserungen zu den bisher beschafften 13 verlegefähigen Segmenten des FüInfoSys SK stecken - neben der Verdoppelung an möglichen Rechnerarbeitsplätzen - in den Anpassungen an die aktuellen Einsatzbedingungen: Klimatisierung, Staub- und Sonnenschutz. Deshalb verfügen beide Container über einen sandfarbenen Anstrich, eine verbesserte Klimaanlage, die auf Temperaturen von minus 30 bis plus 50 Grad Celsius ausgelegt ist, und ein Sonnenschutzsegel auf dem Dach. Neu ist auch eine Staubschutzschleuse, die das wertvolle Innere vor Verunreinigungen beim Betreten schützen soll. Und wenn es denn doch mal „klemmt“, springt automatisch und für den Nutzer unmerklich die IT-Infrastruktur im zweiten Container, der als redundantes System ausgelegt ist, ein. Auch „IT-Ersatzteile“ gehören zum Lieferumfang: Rund 150 Alu-Behälter mit Zubehör - von Wechselplatten der Hochleistungsrechner bis zum Drehmomentschlüssel für die Klimaanlagen.
Ausbildung der Administratoren

Die komplexe Technik für dieses moderne System machte die Ausbildung von bereits gut qualifizierten Administratoren – zunächst als Implementierungsteam - erforderlich. Gemeinsam mit dem Hersteller wurden eine zweiwöchige Technikausbildung und eine doppelt so lange IT-Einweisung durchgeführt. Die ersten Nutzer werden Soldaten des Führungsunterstützungsbataillons 382 aus Havelberg sein, die bereits ab Juli 2011 dieses System in Afghanistan betreiben werden.
Die Verlegung des FHQ-Moduls in den Einsatz wird durch die Zentrallogistik bereits in der zweiten Juniwoche per Lufttransport veranlasst.
Die Verlegung des FHQ-Moduls in den Einsatz wird durch die Zentrallogistik bereits in der zweiten Juniwoche per Lufttransport veranlasst.
Verfasser: IT-AmtBw LSC, OTL Conrad Flachsbarth
Fotos: OTL C. Flachsbarth, IT-AmtBw und Fa. BAKO GmbH
Fotos: OTL C. Flachsbarth, IT-AmtBw und Fa. BAKO GmbH
Bild 1:
Wenig spektakulär, aber einzigartig: das FHQ-Modul für Afghanistan Mission Network
Wenig spektakulär, aber einzigartig: das FHQ-Modul für Afghanistan Mission Network
Bild 2:
Nutzer, Auftraggeber und Industrie freuten sich gemeinsam mit Schlüssel und Modell des FHQ-Moduls
Bild 3:
Bild 3:
Die Zentrale: das Lichtwellenleiter-Anschlussfeld (LWL-Patchfeld) an der Container-Innenwand
Bild 4:
Modell des FHQ-Moduls (1915)
Bild 5:
Oberstlt Thomas Zimmermann vom Führungsunterstütungs betrachtet das
Modell des FHQ-Moduls (1915)
Bild 5:
Oberstlt Thomas Zimmermann vom Führungsunterstütungs betrachtet das
„Innenleben“ des verlegefähigen Rechenzentrums mit seinem Kompaniechef


